Arbeitsgang


Zweck

Arbeitsgänge sind Vorlagen für Tätigkeiten, die an den Terminals im Walzwerk gestartet werden können
(z.B. Schleifen, Strahlen, Umlagern, Putzen).

Wenn ein Bediener am Terminal einen Arbeitsgang startet, entsteht daraus automatisch ein Vorgang,
der die Einstellungen des Arbeitsgangs übernimmt – inklusive Name, Parameter und Sollzeit.

Damit wird sichergestellt, dass alle Mitarbeitenden:

  • dieselben Bezeichnungen verwenden,
  • identische Abläufe haben,
  • und die erfassten Zeiten später einheitlich ausgewertet werden können.

Aufbau eines Arbeitsgangs

  1. Name

    • z.B. „Walze schleifen“, „Umlagern“, „Strahlen“, „Putzen“.
    • Pflichtfeld, eindeutig und sprechend.
  2. Spezielle Schalter (Funktionstypen)

    • Steuern das Verhalten des Arbeitsgangs im Terminal.
    • Folgende Schalter stehen zur Verfügung:
      • Umlagern → dient nur der Umrüstung oder Neu-Zuordnung, keine Bearbeitung an der Walze.
      • Wertschöpfung → zählt als produktive Zeit (für Schichtberichte).
      • Strahlen → aktiviert im Terminal die strahlspezifischen Felder (z. B. neue Oberflächenhärte).
  3. Zugewiesene Parameter

    • Zusätzliche Eingabefelder, die beim Vorgang angezeigt werden sollen (z. B. Neuer Durchmesser, Härte nach Strahlen).
    • Parameter können frei definiert und als Erforderlich markiert werden.

Warum Arbeitsgänge wichtig sind

  • Sie schaffen Standardisierung in der Produktion.
  • Sie ermöglichen klare Zuordnung und Messbarkeit von Tätigkeiten.
  • Sie bilden die Grundlage für Auswertungen:
    • „Wie viel Zeit wurde für Schleifen benötigt?“
    • „Wie viele Strahlvorgänge fanden statt?“
    • „Wie viel Nebenzeit (ohne Wertschöpfung) gab es?“

Schalter im Detail

Umlagern

  • Wird genutzt, wenn keine Bearbeitung stattfindet, sondern ein Umsetzen von Equipments oder Baugruppen.
  • Im Terminal werden dann keine Durchmesser- oder Qualitätsdaten abgefragt.
  • Beispiel: Walzensatz von Maschine W1 ins Lager verschieben.

Wertschöpfung

  • Kennzeichnet, ob der Arbeitsgang produktive Zeit darstellt.
  • Nur Arbeitsgänge mit aktivem Schalter fließen in die Leistungskennzahlen ein.
  • Beispiele:
    • Schleifen → mit Wertschöpfung ✅
    • Putzen → ohne Wertschöpfung ❌

Strahlen

  • Aktiviert spezifische Eingabefelder im Terminal, die für Strahlprozesse relevant sind.
  • Beispiel: neue Härte, Oberflächenwerte, ggf. Strahlparameter.

Parameter zuweisen

Unterhalb der Arbeitsgang-Maske können Parameter definiert werden:

Funktion Beschreibung
Zugewiesene Parameter Zeigt alle aktuell verknüpften Parameter mit Pflichtstatus an.
Neuen Parameter zuweisen Öffnet Auswahl vorhandener Parameter.
Erforderlich Markiert, dass der Parameter im Terminal ausgefüllt werden muss.

Beispiele:

  • Schleifen → Parameter „Neuer Durchmesser“
  • Strahlen → Parameter „Neue Härte“
  • Umlagern → keine Parameter notwendig

Verbindung zu Vorgängen

  • Arbeitsgang = Vorlage
  • Vorgang = tatsächliche Durchführung

Wenn im Terminal ein Arbeitsgang gestartet wird:

  1. Ein Vorgang wird automatisch erzeugt.
  2. Die Sollzeit des Arbeitsgangs für den jeweiligen Arbeitsplatz wird übernommen.
  3. Zugewiesene Parameter werden in den Vorgang kopiert.
  4. Der Bediener füllt diese während der Bearbeitung aus.

So kann derselbe Arbeitsgang auf mehreren Arbeitsplätzen verwendet werden,
aber jeder Arbeitsplatz hat eigene Sollzeiten und eigene Auswertungen.


Typische Arbeitsgänge

  • Schleifen
  • Strahlen
  • Putzen (ohne Wertschöpfung)
  • Umlagern
  • Sichtprüfung
  • Vermessen

Zusammenfassung

  • Arbeitsgänge sind standardisierte Tätigkeitsvorlagen für das Terminal.
  • Sie definieren:
    • Verhalten (Umlagern / Strahlen / Wertschöpfung),
    • erforderliche Parameter,
    • und die logische Verknüpfung zu Vorgängen.
  • Beim Start im Terminal wird daraus automatisch ein Vorgang.
  • Grundlage für Auswertungen, Schichtberichte und Zeitmessungen.